Es lebe die Zerbrechlichkeit – com-unio
     Das alles wird von ein und demselben Geist bewirkt, der jedem seine besondere Gabe zuteilt, wie er es beschlossen hat (Korinther 12,11)

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12. Juli 2026
Offener Themenabend


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Es lebe die Zerbrechlichkeit.
Stärke macht mir Angst, es sei denn,
sie ist aus Zerbrechlichkeit geboren.
Mich berühren die ungebetenen Gäste,
die Stillen und Verzagenden,
die Unerhörten.
Schönheit gebiert sich
aus Hilflosigkeit
und Weisheit ist oft
ein Akt der Verzweiflung.
Immer wenn ich zerbrechlich war,
konnte ich wachsen.
Wenn ich mich vollendet fühlte,
erstarrte ich.
Mein Herz schlägt für die Missglückten,
Unansehnlichen,
Unbestätigten.
Die aber im Licht stehen,
machen sich keine Gedanken über den Schatten, den sie werfen.
Vielleicht ist der Schatten größer als sie.
Vielleicht weiß er mehr von dem,
was uns bedingt.
Die Schönheit
gehört den Zerbrechlichen.
Wir aber wähnen uns schön
und sehnen uns doch insgeheim danach,
zerbrechen zu dürfen.

(c) Konstantin Wecker

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