Unsere Fastenreise: Wochen der inneren Sammlung – com-unio
     Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen. Doch haben wir die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben (Martin Luther King)

* * *AKTUELL* * *

Nächste Termine 

Agapefeier an Gründonnerstag
2. April, ab 21:30 Uhr 


Offene Treffen, jeweils
Sonntag um 19:00 Uhr:


26. April 2026

23. Mai 2026
Königin der Apostel


Unser Flyer - bitte gern Teilen!

IMG 5957

Newsletter bestellen

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung

com unio Gebet2


Fasten kann so viel mehr sein als der Verzicht auf Genussmittel. Es ist eine Einladung, innezuhalten, sich zu sammeln und die eigene Seele für das Wirken Gottes zu öffnen. Wir alle haben vieles erlebt und erfahren. Da kann Fasten zu einer Quelle der inneren Ruhe, der Dankbarkeit und der neu entdeckten Nähe zu Gott werden.

In den kommenden Wochen wollen wir uns gemeinsam auf eine besondere Fastenreise begeben – eine Reise, die uns nicht nur auf das Äußere, sondern vor allem auf das Innere lenkt. Jede Woche lädt zu einer anderen Art des Fastens ein. Manches davon haben wir bisher kaum mit dem Wort "Fasten" in Verbindung gebracht - aber es geht immer darum, dass wir an manchem festhalten (auch wenn uns das nichts nutzt oder sogar schadet): Aus Gewohnheit, einem inneren Zwang oder weil es sich hartnäckig aufdrängt.

Die Impulse unten sollen uns helfen, den Alltag ruhiger, bewusster und offener für Gottes Gegenwart zu gestalten. Es geht nicht um Perfektion oder Leistung. Es geht darum, kleine Schritte zu wagen, in denen wir uns sammeln, zur Ruhe kommen und Gottes leise Stimme hören können. Machen wir uns bereit, uns auf Wesentliches zu besinnen – und uns damit selbst ein wenig leichter zu machen.

Farrenpoint

Woche 1:
Fasten vom inneren Lärm

Weniger kommentieren – mehr hören

Fasten heißt nicht nur, etwas wegzulassen, das auf dem Tisch liegt. Es kann auch bedeuten, den inneren Strom der Gedanken für eine Weile zur Ruhe kommen zu lassen. Viele unserer Tage sind angefüllt mit inneren Kommentaren: Wir bewerten, vergleichen, erinnern, sorgen uns, planen voraus. Oft geschieht das ganz unbemerkt. In dieser Fastenzeit kann es heilsam sein, diesen inneren Lärm nicht weiter anzufeuern, sondern ihn langsam leiser werden zu lassen.

Ich lade mich selbst ein, nicht alles sofort einzuordnen oder innerlich zu beantworten. Gedanken dürfen kommen, ohne dass ich ihnen folgen muss. Erinnerungen dürfen auftauchen, ohne dass ich sie weiter ausmale. In der entstehenden Stille wächst manchmal eine andere Form des Hörens – kein lautes Wort, keine klare Botschaft, sondern ein stilles Wahrnehmen der Gegenwart Gottes. Vielleicht genügt es, einfach da zu sein und innerlich zu bitten: Herr, lehre mich hören.

Vorschläge:

  • Täglich einige Minuten still sitzen, ohne Ablenkung.
  • Gedanken wahrnehmen, aber nicht festhalten, immer wieder zur Stille zurückkehren.

Impulsfrage:
Welche Gedanken drängen oft ungebeten in meinen Tag, und wie würde es sich anfühlen, sie einmal ziehen zu lassen?

Woche 2:
Fasten vom Recht-haben-Wollen

Den letzten Satz loslassen

Viele Gespräche enden nicht mit einem wirklichen Miteinander, sondern mit dem Bedürfnis, noch etwas richtigzustellen. Wir erklären, ergänzen, korrigieren – oft aus dem Wunsch heraus, verstanden zu werden. In dieser Fastenzeit kann es befreiend sein, auf diesen letzten Satz zu verzichten. Nicht alles muss ausgesprochen werden. Nicht alles muss geklärt sein.

Wer das Recht-haben loslässt, gewinnt inneren Raum. Gespräche werden offener, ruhiger, weniger anstrengend, weil sie nicht mit dem Ziel geführt werden, am Ende den Punkt zu machen. Manchmal entsteht genau dort, wo etwas unausgesprochen bleibt, eine neue Tiefe der Begegnung. Auch Gott braucht nicht unsere letzten Worte. Er ist auch "im Dazwischen" gegenwärtig.

Vorschläge:

  • In einem Gespräch pro Tag bewusst auf Korrektur oder Erklärung verzichten.
  • Nach dem Gespräch innehalten und wahrnehmen, wie es sich anfühlt, nichts mehr erklären zu müssen.

Impulsfrage:
Welches Gespräch möchte ich heute unvollständig lassen und damit Raum für Gelassenheit schaffen?

Woche 3:
Fasten von alten Kränkungen

Die Vergangenheit nicht weiter tragen

Im Laufe eines langen Lebens sammeln sich Erfahrungen, die schmerzen. Worte, die verletzten. Situationen, die ungerecht waren. Manche davon tragen wir immer weiter mit uns, oft ohne es zu merken. Fasten kann bedeuten, diese alten Lasten nicht weiter zu nähren. Nicht durch Verdrängen, sondern durch bewusstes Übergeben.

Ich darf mir eingestehen, dass nicht alles heil geworden ist. Und zugleich darf ich entscheiden, es nicht länger allein zu tragen. Was ich Gott überlasse, verliert langsam seine Schwere. Dieser Weg braucht Zeit und Geduld – und genau dafür ist eine Fastenzeit da.

Vorschläge:

  • Eine konkrete Erinnerung, Person oder Situation innerlich benennen, die noch belastet.
  • Diese im Gebet bewusst Gott hinhalten und mit einem Satz abschließen: Ich lege es in deine Hände.

Impulsfrage:
Welche kleine (oder große) Last könnte ich heute ganz bewusst loslassen und Gott anvertrauen?

Woche 4:
Medien-Fasten

Weniger Information – mehr Verwandlung

Unsere Tage sind erfüllt von Nachrichten, Bildern und Meinungen. Vieles davon fordert unsere Aufmerksamkeit, ohne uns wirklich zu "nähren". In dieser Fastenzeit kann es gut tun, den eigenen Medienkonsum achtsam zu begrenzen. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Fürsorge für die eigene Seele.

Wenn weniger Stimmen auf uns einreden, entsteht Raum für eine andere Art des Hörens. Ein Psalm, ein Evangelienwort oder ein stiller Moment können tiefer wirken als viele Informationen. So wird aus dem Verzicht eine Hinwendung – zu dem, was innerlich stärkt.

Vorschläge:

  • Einen festen täglichen Medienblock bewusst auslassen, z. B. Nachrichten oder politische Sendungen.
  • Stattdessen einen Psalm oder das Evangelium des Tages langsam lesen, ohne etwas „mitnehmen“ zu müssen.

Impulsfrage:
Was würde sich heute ändern, wenn ich bewusst eine Medienpause einlege?

Woche 5:
Fasten vom Klagen

Dankbar sehen lernen

Klagen gehört zum Leben. Und doch kann sie unseren Blick verengen, wenn sie zur Gewohnheit wird. In dieser Fastenzeit kann ich üben, nicht bei der Klage stehenzubleiben. Dankbarkeit heißt nicht, Schwierigkeiten zu übersehen, sondern dem Guten wieder Raum zu geben.

Wer dankbar sieht, entdeckt oft kleine Zeichen von Leben und Segen, die sonst unbeachtet bleiben. Diese Haltung wächst langsam, leise – und verändert die innere Stimmung oft nachhaltiger als große Vorsätze.

Vorschläge:

  • Wenn eine Klage auftaucht, kurz innehalten und bewusst einen Gedanken des Dankes dagegenstellen.
  • Am Abend drei kleine Dinge erinnern, für die Dank möglich war.

Impulsfrage:
Wo habe ich heute kleine Momente der Dankbarkeit entdeckt?

Woche 6:
Fasten vom Tempo

Nicht mehr eilen

Unsere Welt ist schnell, auch dort, wo Eile keinen wirklichen Gewinn bringt. In dieser Fastenzeit darf ich mir erlauben, langsamer zu werden. Tätigkeiten nicht hastig zu erledigen, Wege bewusst zu gehen, den eigenen Atem wahrzunehmen.

In der Langsamkeit öffnet sich ein anderer Raum und ein anderes Selbstgefühl. Gedanken ordnen sich, das Herz wird ruhiger. Gott drängt nicht. Er wartet – im Jetzt.

Vorschläge:

  • Eine alltägliche Handlung bewusst langsamer ausführen.
  • Dabei ruhig atmen und innerlich einen einfachen Satz mitgehen lassen, z. B.: Ich bin da.

Impulsfrage:
Welchen Moment heute möchte ich versuchen, langsamer und bewusster zu erleben?

Die Tage bis Ostern:
Fasten vom "Müssen"

Sich lieben lassen, ohne Leistung

Viele Menschen tragen ein Leben lang den Gedanken in sich, immer nützlich sein zu müssen. Sogar im Glauben. In dieser Fastenzeit kann es ein tiefer Verzicht sein, diesen inneren Anspruch loszulassen. Vor Gott zählt nicht, was wir leisten. Es genügt, da zu sein.

Dieses Fasten führt nicht in die Leere, sondern in eine stille Gewissheit: Ich bin gehalten. Ich bin gemeint. Ganz ausdrücklich auch ohne etwas beizutragen oder es mir zu verdienen.

Vorschläge:

  • Täglich einige Minuten still vor Gott sitzen, ohne Worte, ohne Anliegen, ohne Ziel.
  • Sich innerlich erlauben, nichts leisten und nichts „richtig machen“ zu müssen.

Impulsfrage:
Wie würde es sich heute wohl anfühlen, einfach nur gehalten zu sein, ohne etwas leisten zu müssen?

Sorry, this website uses features that your browser doesn’t support. Upgrade to a newer version of Firefox, Chrome, Safari, or Edge and you’ll be all set.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.