Christophorus – com-unio

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Nächste Termine 


Online Treffen, jeweils
Sonntag um 19:00 Uhr:

12. Juli 2026
"Heute schon gestaunt?"

9. August 2026:
Allein - oder einsam?


6. September 2026
Über das Suchen, das Finden und das Gefundenwerden

4. Oktober 2026
1. November 2026
(Allerheiligen)
29. November 2026
(1. Advent)
20. Dezember 2026
(4. Advent)

 


Unser Flyer - bitte gern teilen!

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Bibliolog mit
P. Lutz Müller SJ:

18. Juli
08. August
12. September
24. Oktober
24. November
19. Dezember 2026!

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Gebetsanliegen

Jesus web


Wir bitten um Euer Gebet für Volker. Möge er in seiner letzten Lebensphase Frieden und Trost finden.


Meine Patentante in Koblenz ist erlöst. Danke für Euer Gebet.

„Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt  können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Römer 8,38–39


 Vrsar 1

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Der Heilige aus Erzählungen

Die gesicherten Fakten zu Christophorus sind rasch erzählt, weil es kaum welche gibt. Der einzige wirklich zeitgenössische Beleg ist eine 1877 gefundene Bauinschrift aus Chalkedon (heute Kadıköy, Istanbul): Sie datiert die Grundsteinlegung eines ihm geweihten Martyrions präzise auf den 22. September 452. Auch vom Kirchenlehrer Ambrosius von Mailand ist eine eigene liturgische Präfation zu seinem Fest überliefert – ein Hinweis, dass der Kult bereits im 4. Jahrhundert auch im lateinischen Westen bekannt war. Beides belegt eine frühe, weite Verehrung, aber keine Biografie: Vermutlich erlitt Christophorus um 250 n. Chr. in Kleinasien das Martyrium, in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius. Alles Weitere ist Legende, nicht Geschichte. Die Kirche selbst hat dem 1969 Rechnung getragen und Christophorus aus dem verbindlichen Festkalender genommen – er blieb Heiliger der Volksfrömmigkeit, ohne historisch gesicherte Vita.

Die Erzählung, die sein Bild bis heute prägt, ist selbst schon eine Legende zweiter Ordnung: Sie entstand erst im 13. Jahrhundert, verfasst von Jacobus de Voragine in seiner Legenda Aurea, und trug ihm dort zunächst den Namen Offerus ein – vom lateinischen offerre, sich anbieten, darbieten. Ein sprechender Name für eine Geschichte, die vom Suchen und Dienen handelt.

Christophorus

 

Die Legende des Offerus

Es war einmal ein Mann von so gewaltigem Wuchs, dass er unter den Menschen wie ein Fremder erschien. Kraft besaß er im Übermaß, doch Ruhe fand er keine, denn tief in ihm brannte ein einziger Wunsch: Er wollte nur dem größten Herrn der Welt dienen, den es zu finden gab. Kein geringerer sollte ihm gut genug sein.

So zog Offerus fort und trat in den Dienst eines Königs, von dem man sagte, er sei der Mächtigste im Land. Eine Weile diente er ihm treu. Doch eines Abends, als ein Spielmann am Hof sang und dabei den Namen des Teufels erwähnte, sah Offerus, wie der König erschrak und rasch das Kreuzzeichen schlug. Er fragte nach dem Grund, und der König gestand widerwillig, er fürchte die Macht des Bösen. Da wusste Offerus: Dieser Herr war nicht der Größte. Es musste einen geben, den selbst der König fürchtete.

Er verließ den Hof und zog in die Einöde, den Teufel zu suchen. Und er fand ihn – einen schwarzen Reiter mit finsterem Gefolge, der ihm bereitwillig anbot, ihn in seine Dienste zu nehmen. Offerus willigte ein, denn hier, so glaubte er, habe er endlich den wahrhaft Mächtigsten gefunden.

Doch auch dieser Dienst währte nicht lange. Eines Tages führte ihr Weg an einem Kreuz vorüber, das am Wegrand stand, und der Teufel wich ihm aus, machte einen weiten Bogen um das schlichte Holz und mied den Pfad. Offerus, verwundert, fragte, was ihn so ängstige. Da musste der Teufel zugeben, dass er die Macht Christi fürchte, dessen Zeichen eben jenes Kreuz sei. In diesem Augenblick erkannte Offerus, wen er die ganze Zeit gesucht hatte, ohne es zu wissen, und er verließ auch diesen Herrn, um Christus selbst zu finden.

Lange irrte er umher, bis er auf einen alten Einsiedler traf, der in einer Hütte am Rand der Wildnis lebte. Der fromme Mann erzählte ihm von Christus, von seiner Liebe und seiner Macht, die keine Grenzen kenne, und Offerus erklärte sich sogleich bereit, ihm zu dienen. Doch als der Einsiedler ihn zu Fasten und Gebet anhielt, musste Offerus gestehen, dass ihm dergleichen nicht liege – seine Gaben waren andere: Kraft, Ausdauer, ein Rücken, der Lasten trug, die keinem anderen möglich waren.

Der Einsiedler dachte nach und wies ihm eine Aufgabe zu, die zu ihm passte. Nicht weit von dort floss ein reißender Strom, an dem es keine Brücke gab und an dem schon mancher Reisende ertrunken war. Dort, so sagte er, solle Offerus sich niederlassen und mit seiner riesenhaften Kraft jeden, der hinüber wolle, sicher ans andere Ufer tragen. Darin liege der Dienst an Christus, den er suche – im Dienst an denen, die Christus liebt.

Offerus befolgte den Rat. Er baute sich eine Hütte am Ufer, schnitt sich einen gewaltigen Baumstamm als Stütze zurecht und trug fortan Tag für Tag, Nacht für Nacht, wer immer kam, sicher durch die Fluten. Eines Nachts, der Sturm heulte und der Fluss war angeschwollen, hörte er eine dünne Kinderstimme, die ihn rief. Er trat vor die Hütte und sah ein kleines Kind am Ufer stehen, das bat, hinübergetragen zu werden. Offerus lachte über die Leichtigkeit der Aufgabe, hob das Kind auf seine Schultern, nahm seinen Stab zur Hilfe und trat in den Fluss.

Doch mit jedem Schritt wuchs die Last. Das Wasser stieg ihm höher, als er es je erlebt hatte, die Strömung riss an seinen Beinen, und das Kind auf seinen Schultern wurde schwerer und immer schwerer – so schwer, als trüge er die ganze Welt auf einmal. Offerus kämpfte, wie er nie zuvor gekämpft hatte, stemmte sich mit letzter Kraft gegen die Fluten, und als er endlich, erschöpft bis an die Grenze seiner gewaltigen Kräfte, das andere Ufer erreichte, sank er beinahe in die Knie „Kind", keuchte er, „du warst so schwer, dass ich glaubte, die ganze Welt auf meinen Schultern zu tragen. Hätte ich mehr getragen, ich wäre untergegangen."

Da sprach das Kind mit einer Stimme, die nicht mehr die eines Kindes war: „Wundere dich nicht, Offerus. Du hast nicht nur die Welt getragen, sondern auch den, der die Welt erschaffen hat. Ich bin Christus, dein König, dem du so lange gedient hast, ohne ihn zu kennen." Und damit gab er ihm ein Zeichen: Offerus solle seinen Stab in die Erde stecken, und am Morgen werde er die Wahrheit dieser Worte sehen.

Offerus tat, wie ihm geheißen, und als die Sonne aufging, stand dort, wo eben noch ein toter Stab gesteckt hatte, ein grüner Baum, reich mit Blättern und Früchten. Von diesem Tag an trug Offerus einen neuen Namen: Christophorus, der Christusträger – denn er hatte, ohne es zu wissen, sein ganzes Leben lang auf diesen einen Augenblick am Fluss zugelebt.

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