Mariä Himmelfahrt – ein Fest voller Glaube, Natur und Brauchtum – com-unio

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„Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt  können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“
Römer 8,38–39

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Am 15. August feiern wir das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, eines der wichtigsten Marienfeste der katholischen Kirche. Im Mittelpunkt steht der Glaube, dass Maria nach ihrem irdischen Leben von Gott in den Himmel aufgenommen wurde. Zu diesem Festtag gehört seit Jahrhunderten auch altes Brauchtum. Mariä Himmelfahrt ist eng mit Kräutern, Blumen, Ernte und Tradition verbunden. Besonders bekannt ist die Kräuterweihe: Kräuter, Blumen und Getreide werden gesammelt, zu einem Kräuterbuschen gebunden und in der Kirche gesegnet. So treffen an diesem Tag Glaube, Natur und überliefertes Wissen aufeinander.

Kräuterbuschen

 

Ein Fest mit langer Tradition

Die Bibel berichtet nicht, wie Maria gestorben ist oder wie sie in den Himmel aufgenommen wurde. Die Vorstellung von ihrer Aufnahme entwickelte sich aus der christlichen Überlieferung. Eine alte Erzählung berichtet, dass die Apostel nach Marias Tod an ihrem Grab zusammenkamen. Als das Grab später geöffnet wurde, soll Maria nicht mehr darin gelegen haben. Stattdessen fanden sich dort Blumen und duftende Kräuter. Diese Überlieferung hat die Verbindung zwischen Maria und den Kräutern geprägt und damit auch den Brauch der Kräuterweihe beeinflusst.

Was bedeutet die Aufnahme Mariens in den Himmel?

Bei Maria spricht die Kirche bewusst von der „Aufnahme Mariens in den Himmel“. Das unterscheidet sich von der Himmelfahrt Jesu: Jesus steigt nach christlichem Glauben aus eigener göttlicher Kraft zu Gott auf, Maria dagegen wird von Gott aufgenommen. Damit verbindet sich eine zentrale Hoffnung des christlichen Glaubens: Der Tod ist nicht das Ende. Der Mensch darf auf ein Leben bei Gott hoffen. Papst Pius XII. hat diesen Glauben 1950 als verbindlichen Glaubensinhalt für die katholische Kirche verkündet. Maria wird damit zum Zeichen der Hoffnung: Was Gott an ihr vollendet hat, ist auch uns verheißen.

Die Kräuterweihe – ein besonderer Brauch

Rund um den 15. August werden Kräuter, Blumen und Getreide gesammelt und zu einem Kräuterbuschen gebunden. Je nach Region und Familie kann dieser ganz unterschiedlich aussehen. Typische Bestandteile sind beispielsweise Königskerze, Schafgarbe, Kamille, Johanniskraut, Salbei, Thymian, Lavendel, Rosmarin, Beifuß, Wermut sowie verschiedene Blumen und Getreideähren. Die Königskerze steht häufig im Mittelpunkt des Busches. Auch Rosen und Lilien können dazugehören – Pflanzen, die in der christlichen Symbolik mit Maria verbunden sind.

Viele der Kräuter sind wichtige Heil- und Gewürzpflanzen. Gleichzeitig werden ihnen bestimmte symbolische Bedeutungen zugeschrieben. So steht etwa Lavendel für Ruhe und Frieden, Rosmarin für Erinnerung und Treue, Johanniskraut für Licht und Hoffnung. Diese Bedeutungen stammen teilweise aus dem Volksglauben und können regional unterschiedlich sein.

Was früher Brauch war, wird in vielen Gegenden bis heute gepflegt: Der geweihte Kräuterbuschen wird im Haus, auf dem Dachboden oder im Stall aufbewahrt. Mit ihm verbinden die Menschen die Hoffnung auf Schutz und Segen für Haus, Hof, Mensch und Tier. In manchen Gegenden werden Teile des Busches zum Räuchern verwendet. Auch Verstorbene werden mancherorts mit geweihten Kräutern auf ihrem letzten Weg begleitet – als Zeichen der Liebe über den Tod hinaus und der Hoffnung auf die Auferstehung.

Warum gerade im August?

Mitte August zeigt sich die Natur besonders reich. Viele Kräuter stehen in voller Blüte, auf den Feldern beginnt die Ernte, und zahlreiche Pflanzen können gesammelt und für den Winter getrocknet werden. Für die Menschen früher war das Wissen um die Pflanzen ihrer Umgebung lebenswichtig. Die Kräuterweihe verband dieses praktische Wissen mit dem Dank für die Gaben der Schöpfung.

Die Bedeutung der Zahlen

Auch die Anzahl der Kräuter kann symbolisch gewählt werden. Besonders häufig finden sich 7, 9 oder 12 Kräuter:

  • 7 Kräuter – die 7 erinnert an die Schöpfung und die sieben Sakramente.
  • 9 Kräuter – die 9 wird als 3×3 verstanden und mit der Dreifaltigkeit verbunden.
  • 12 Kräuter – die 12 erinnert an die zwölf Apostel.

Je nach Region gibt es unterschiedliche Traditionen; eine einheitliche Anzahl gibt es nicht.

Der Frauendreißiger

Mit Mariä Himmelfahrt beginnt nach altem Brauch der Frauendreißiger. Gemeint ist eine 30-tägige Zeit vom 15. August bis zum 15. September, dem früheren Fest der Sieben Schmerzen Mariens. Diese Tage galten traditionell als eine besondere Zeit der Marienverehrung und des Segens. Der Frauendreißiger gehört damit zu jener reichen Volksfrömmigkeit, in der sich der Glaube über besondere Zeiten, Feste und Bräuche mit dem Alltag der Menschen verband.

Was uns dieser Tag schenken kann 

Vielleicht ist es genau das, was von diesem Fest bleiben darf: ein Moment des Innehaltens mitten im Sommer. Ein Blick auf das, was wächst und blüht, auf die Fülle des Lebens – und auf das, was nicht in unseren Händen liegt. Der Kräuterbuschen kann dabei zu einem stillen Zeichen werden: für Dankbarkeit, für Vertrauen und für die Hoffnung, dass unser Leben getragen ist – auch dort, wo wir selbst nicht wissen, wie der Weg weitergeht. Mariä Himmelfahrt lädt ein, für einen Augenblick nach oben zu schauen und zugleich ganz bei dem zu bleiben, was uns hier auf der Erde anvertraut ist.

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